von Austbygde nach Mæl

4. Tag

Länge: 25,5 km / hinauf: 920 hm / hinab: 1040 hm

Wegebeschaffenheit: Schotterwege, gute Waldwege, alte Wald- und Kirchenpfade, ein Teil sehr steil und uneben hinauf und am Ende 4 km teilweise steiler, steiniger Pfad im Wald (teilweise kaum mehr ein Pfad) hinab - Trittsicherheit und gute Schuhe erforderlich

dieses ist die längste, schönste und anstrengendste Tagesetappe :-)

Es besteht die Möglichkeit die Etappe von Mo - Frei in Atrå zu teilen, mit dem Bus zurück nach Austbygde zu fahren und am nächsten Tag wieder nach Atrå, um die Tour dort fortzusetzen. Hierzu ist es wichtig vorher die Fahrzeiten zu notieren, da es nur eine Verbindung vormittags und eine am Nachmittag gibt. farten.no

Wegbeschreibung

 

Lila Pfeile:        Austbygde: KIWI - Lebensmittelmarkt, Bäckerei, Bank

                             Atrå: Spar - Lebensmittel

Grüne Pfeile:  Austbygde: Sandviken Camping

                             Mæl: Tinnsjø Kro und Camping

Rote Pfeile:     Atrå: Handwerkszentrum

                            Mæl: Bushaltestelle, Bahnhof (Museumsbahn) + Fähranleger

Diese Etappe ist ausgeschildert

Geht erneut durch das Freizeitgebiet Øyan Richtung Zentrum, vorbei dem KIWI Markt und biegt dann hinter der Dølehalle/Bushalteplatz nach links ab. Biegt in die nächste Strasse erneut nach links ein und folgt dieser Strasser bergan. Sie macht zuerst eine Kurve nach rechts und dann nach links bevor sie an dem Fussballplatz vorbei kommt. Hinter dem Fussballplatz macht sie erneut eine Linkskurve. Dort geht ihr gerade aus, auf einem Schotterweg Richtung Wald. Ihr folgt dem Schotterweg, (rote Strickmarkierung) der zuerst eine Linkskurve macht, einen Platz überquert und euch dann in einer Rechtskurve hinauf in den Wald führt. Ihr folgt dem Weg, bis ihr wieder auf den Pilgerweg stosst. Ihr folgt dem Weg noch ein kurzes Stück weiter bergan bevor ihr in einer Spitzkehre nach links auf einen Waldweg abbiegt. 

Ihr folgt dem Waldweg leicht ansteigend, bis ihr in einer Rechtskehre auf eine Bank stosst. Hier folgt ihr nicht weiter dem Hauptweg, sondern geht gerade aus an der Bank vorbei auf einem nun schmaleren Pfad weiter stetig bergauf. Zwischen den Bäumen könnt ihr nun immer wieder eine wunderschöne Aussicht auf den Tinnsjø genießen. Wenig später kommt ihr an einem einfachen Rastplatz mit wunderschöner Aussicht hinunter zum Sandviken Campingplatz und über den Tinnsjø vorbei. An einem Baum lehnen Sitzbretter die zusammen mit den Steinen zu schönen Sitzplätzen werden. 

Nach einer kurzen Rast geht nun der Waldpfad immer mehr in einen steilen und steinigen Pfad über, der euch über zwei Kehren hinauf auf den Grat bringt. Auf dem Grat stosst ihr, direkt in einer Kehre, auf einen breiten Fahrweg. Ihr folgt diesem Fahrweg gerade aus und leicht abfallend etwa 1 km, vorbei an dem Hinweis zum Sandviken Camping (links) und zum "Åsral" (einem ehemaliger Hof-rechts). Kurz darauf folgt ein Schild mit der Aufschrift („Gamal kyrkjeveg“/„alter Kirchenpfad“). Folgt diesem Schild zuerst nach rechts und kurz darauf nach links in einen Waldpfad hinein. Von nun an seid ihr ein gutes Stück auf einem der alten Kirchenpfade unterwegs. Die Bewohner der Höfe benutzten ihn bis zum Bau der Kirche in Austbygde 1888 für ihren Weg in die Kirche nach Atrå. 

Immer wieder könnt ihr noch sehr gut die alten Stützmauern erkennen und erahnen wie viel Arbeit das Anlegen dieser Wege gemacht hat.

Dieser alte Pfad führt euch über eine Brücke, durch eine Waldlandschaft mit weissem Moos, Heide, Preisel- und Blaubeeren. 

 


Nach einer Weile stosst ihr wieder auf den Fahrweg, dem ihr aber nur ein paar Meter folgt bevor euch ein weiteres Schild nach links wieder hinunter auf den alten Kirchenpfad leitet. Etwas später trefft ihr erneut den Fahrweg und folgt diesem einige Meter bevor ihr, dieses Mal nach rechts, hinauf auf den alten Pfad geleitet werdet. Wenn ihr das nächste Mal auf den Fahrweg stosst, folgt ihr ihm bis ihr im Tal auf die Strasse zwischen Austbygde und Atrå trefft. (leider möchten die anschließenden Grundeigentümer nicht, dass wir dem Kirchenpfad weiter folgen)

An der Landstrasse angelangt biegt ihr nach rechts ab und folgt der Strasse nach Atrå. Bis zur Kirche sind es nun noch etwa 3 km. 

Wenn ihr die Brücke über den "Kaddehøl" überquert habt liegen links und rechts der Strasse die "Mårum Höfe". Achtet doch einmal im Vorbeigehen auf die alten „Stabbur". Diese Lebensmittellagerhäuser sind ganz typisch für Norwegen und ihr werdet auf eurem Weg oft darauf stossen. Diese Lagerhäuser sind auf Pfosten gebaute Blockhäuser, die in der 2. Etage (dem Lagerraum) überstehen. Man kann gut sehen, dass die Balken nach oben und aussen immer länger werden um den Lagerraum zu tragen. Diese Balken sind nach oben hin rund zugeschnitten, damit die Mäuse aussen nicht hinauf laufen können. Hier in Atrå seht ihr z.B. einen direkt hinter der rechts abbiegenden Strasse und zwei weitere etwas versteckt hinter Bäumen auf der linken Seite der Strasse (2. Hof) liegen. Diese Stabbur stammen z.B. aus einer Zeit um 1350. 

Auf der linken Strassenseite folgen anschließend zuerst der Spar Markt, dann die alte und die neuen Schule von Atrå und hinter der Schule das sehr sehenswerte Handwerkszentrum von Atrå, wo ihr alle möglichen Handarbeiten bewundern und kaufen könnt. (Eine genauere Beschreibung findet ihr im Anschluss an die Beschreibung dieser Etappe)          

Auf der rechten Straßenseite seht ihr dann die Hauptkirche der Kirchengemeinde Tinn liegen. Hier stand zuerst, seit Ende des 11 Jahrhunderts, eine Stabkirche, die von Bischoff Ragnar 1180 eingeweiht wurde. Im Jahr 1836 wurde die heutige Kirche eigeweiht und daraufhin die alte Stabkirche abgerissen. Die alte Stabkirche wird zu den ältesten Kirchen in Tinn gezählt.

In Atrå bieten sich eine Reihe von Möglichkeiten für eine gemütliche Mittagspause. Rastplätze findet ihr vor dem Spar Markt (der auch eine kleine warme Theke anbietet), vor dem Handwerkszentrum und etwas erhöht über der Strasse vor der Kirche liegend. 

Von der Kirche in Atrå aus, folgt ihr einem alten Pfad entlang der Friedhofsmauer hinunter zur Strasse und biegen dort nach rechts ab. Folgt der Strasse zuerst über eine Brücke und dann etwa 500m weiter in Richtung Rjukan bevor ihr an einem Hinweisschild nach rechts und kurz darauf wieder nach links, auf einen Schotterweg, abbiegt. 

Der Schotterweg führt euch bergauf. In einer Spitzkehre, verlasst ihr ihn und folgt geradeaus einem Grasweg. Ihr werdet kurz darauf erneut an einem alten Stabbur vorbeikommen, während der Weg in stetiger Steigung weiter hinauf führt. Ein Schild verweist euch auf einen „Karrenpfad", dem ihr weiter aufwärts folgt. Etwas später verläuft parallel zu eurem Weg ein Waldweg. Ihr bleibt auf eurem Weg, der mit schönen Kant-steinen versehen ist. Man kann hier noch sehr gut sehen wie die Wege früher aufgebaut und abgesichert wurden. Wenn der „Karrenweg“ in einen breiten Waldweg übergeht, seht ihr ein Schild das euch nach links leitet. Folgt dem Waldweg weiter bergauf, aber vergesst nicht euch ab und zu umzudrehen, um die schöne Aussicht, zurück nach Atrå und hinüber nach Austbygde, zu geniessen.

Wenn der Waldweg auf einen breiten Fahrweg stösst, weist euch ein Schild darauf hin, dass ihr bereits 3 km (real schon 4km) bergan gegangen seid und noch 7 km bis Mæl vor euch liegen. Der Fahrweg geht bald darauf in einen relativ neu angelegten Verbindungsweg über. 

Dieser Verbindungsweg wurde für die "Tinnløypa" (Skiloipe im Winter) angelegt, die von Gvepseborg bis nach Atrå führt und auch Teil des Fahrradrennens "Telemarkhelten" ist. Am Ende des Verbindungsweges trefft ihr wieder auf einen Schotterweg und das Hinweisschild weist euch nach rechts, ein letzten Stück, den Berg hinauf. Oben auf dem Grat bieten sich euch wieder, durch die Bäume, schöne Ausblicke auf den Tinnsjø. Nach 8 km hast du nun mit 850 hm den den höchsten Punkt dieser Etappe erreicht. Für eine wohlverdiente Pause, nach dem langen Anstieg, haben wir hier oben einen einfachen Rastplatz mit wunderbarer Aussicht über den Tinnsjø eingerichtet und danach geht es ab hier nun noch bergab.

Auf dem Bergkamm kommt ihr nun am "Menkhus" vorbei, es handelt sich hierbei um eine "Fellesbeite". Das sind Weideflächen, die sich mehrere Höfe aus dem Tal im Sommer für ihre Tiere teilen. Ihr folgt dem Weg weiter, nun mit Blick auf den Gaustatoppen und langsam abfallend bis ihr, zur Rechten, an einer Scheune vorbei kommt. Etwas weiter unten seht ihr dann ein Schild, das euch nach links auf einen schmalen Pfad in den Wald leitet. Von hier aus ist der Pfad mit roter Farbe an den Bäumen markiert. Es liegen nun 4 km, zum Teil steiler Abstieg vor euch. Der nun folgende Pfad durch den Wald erfordert Trittsicherheit und unter Umständen ein wenig Talent zum Klettern. Es ist immer wieder möglich das Bäume über diese alten Pfade kippen oder schneller hineinwachsen als wir sie schneiden können. Der Pfad verläuft teilweise nahezu durch Wildnis, wo ihr euch aufmerksam an den roten Markierungen halten müsst. Je weiter ihr nach unten kommt um so besser wird er und verläuft auf den uralten Pfaden, auf denen die Bauern ihre Tiere hinauf auf die "Fellesbeite" geführt haben. 

Oberhalb der Kirche kommt ihr zu einem schönen Aussichtsplatz, der Håmaren genannt wird und von dem aus ihr einen schönen Blick hinein ins Vestfjorddalen und somit Richtung Dal und hinunter auf die Kirche und im Hintergrund dem Schiffsanleger von Mæl geniessen könnt. Das Tagesziel liegt somit in greifbarer Nähe. Es folgen noch ein paar hundert Meter Pfad hinab und zwei Pforten bevor ihr hinunter auf eine Strasse gelang. Ihr folgt ihr nach rechts und seht schon bald auf der linken Seite die Kirche von Mæl, oberhalb der Måna, liegen. 

(Den Campingplatz erreicht ihr wenn ihr von der Kirche aus gesehen wieder hinauf auf die Strasse geht und dort nach rechts bergab in Richtung der Landstrasse zwischen Atrå und Rjukan abbiegt. An der Landstrasse biegt ihr erneut nach rechts ab und an der Kreuzung nach Notodden nach links, dann seht ihr rechts schon den Campingplatz liegen)

wichtige Informationen

Da diese Etappe bis hinauf auf 850 Höhenmeter führt sollte man diese Etappe nur von Juni bis September gehen (seht dazu auch den Film weiter unten)

Im Mai haben wir bei unserer Begehung noch Schnee auf den Wegen und vor allem durch die Schneeschmelze angeschwollene Bäche angetroffen. Es war zum Teil sehr schwierig sie trockenen Fußes zu überwinden. 

Außerdem ist es wichtig auf dem Pfad durch den Wald hinab genau auf die roten Farbmarkierungen und die gestrickten Markierungen zu achten, da es ist immer wieder möglich ist, dass Bäume oder Äste über dem Weg fallen. 

Wie auch bereits bei den anderen Etappen ist hier besondere Trittsicherheit und gutes Schuhwerk notwendig.

Ich möchte euch hier noch einmal empfehlen, diese Etappe nicht in einem Stück zu gehen. Ich empfehle euch von Austbygde nach Atrå und am nächsten Tag von Atrå nach Mæl zu laufen. Beide Etappen sind anstrengend und wunderschön. Es ist schön Zeit zu haben um diese Schönheit in vollen Zügen geniessen zu können. 

 Atrå Handverkssenter

* Atrå Handwerkscenter: Es ist während der zwei monatigen Sommer und auch der zwei wöchigen Herbstferien täglich geöffnet. Außerhalb dieser Zeiten findet ihr an der Tür eine Telefonnummer, die ihr anrufen könnt um euch die Ausstellung anzusehen. (unter der Woche ist fast immer ein netter Herr im Keller des Gebäudes in sein Werkstatt zu Gange, der euch gerne die Ausstellung zeigt). In der Ausstellung (es handelt sich um eine Verkaufsausstellung) finden ihr, in Handarbeit hergestellte Kunst und Gebrauchsgegenstände, die nach alten norwegischen bzw. Tinn Traditionen hergestellt wurden. Das Angebot reicht von den für Tinn so typischen handgeschmiedeten Messern mit geschnitzten Schäften, über gestrickte Jacken (die Jacken mit den typischen norwegischen Mustern  werden "Kofte" genannt und meist rund gestrickt, dann aufgeschnitten und die Innenkanten versäubert) und Pullover (norwegisch "Genser"), einheimische Trachten (Tinn - Bunad, mit ihren handgestickten Borten und handgewebten Gürteln) sowie handgewebte Teppiche. Aber ihr findet auch traditionellen Silberschmuck, Keramik, Glas, Gemälde und Holzgegenstände für den täglichen Gebrauch oder reich verzierte zur Dekoration und das ebenfalls für die Region so typische "Rosemaling". Für alle handwerklich Begeisterten lohnt diese Ausstellung einen Besuch.

Weitere Informationen finden sie hier


hinunter zur Kirche in Mæl

Der Pilgerweg für euch oft auf alten Pfaden, wie diesem hier, rund um den Tinnsjø. Das Video soll euch einen kleinen Eindruck von diesen Pfaden geben. Sie sind anstrengend zu gehen aber hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Auf dem Film seht ihr auch wie sehr die Schneeschmelze im Mai die Wege beeinflusst. Diesen Bach gibt es im Sommer zum Beispiel überhaupt nicht. 

Atrå - Mæl

Auch "nur für einen Tag" ein Pilger zu sein kann ein tolles Erlebnis sein, wie ihr auf diesem Video sehen könnt. es wurde bei unserer gemeinsamen Wanderung mit Rahmenprogramm am Weg im Herbst 2016 aufgenommen.